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THREE CHORD SOCIETY – THE WAVERING BAND.

Wer immer auf die Fresse fliegt, hat viel zu erzählen.

Es gibt Bands, bei denen ist es gut, dass sie niemand kennt. Und es gibt Bands, bei denen ist es schade, und man fragt sich unweigerlich: „wieso sind mir die nie aufgefallen?“ THREE CHORD SOCIETY gehören zu den letzteren.

Die letzten beiden Alben (erschienen bei 141records) wurden durchweg gut rezensiert und es folgten Supporttourneen mit Alkaline Trio, Against Me! und Zebrahead. Dennoch kennt noch lang nicht jeder die sympathischen Norddeutschen, die von Hamburg aus Deutschlands Bühnen entern und einen mit dem Eindruck zurücklassen, dass emotionaler Punkrock weder platt noch weinerlich sein muss.

2012 erschien mit „Days of Grace“ eine Platte, über die u.a. das VISIONS Magazin sagte, dass THREE CHORD SOCIETY den Anspruch erheben „…die erfolgreichsten in ihrem Genre zu werden“. Dann folgte jedoch eine Pause und alle Konzerte, die Tour, die Festivals, jede Show wurde abgesagt. Was war passiert?

Nobody is going to hit as hard as life.

Das Leben verlangt einiges. Und von THREE CHORD SOCIETY wollte das Leben viel. So viel, dass die Band eine Pause als notwendig befand. Denn wenn einer erkrankt und um sein Leben kämpfen muss, so verändert das vieles. Und für THREE CHORD SOCIETY verschob sich der Fokus. Weg von der Musik, hin zu den Menschen, die sie machen. Es ging darum, am Leben zu bleiben. Energie tanken, die Krankheit besiegen, sich wieder aufrappeln und weitermachen. Das stand stattdessen auf der Agenda.

Anfang 2014 waren noch drei Mitglieder übrig, Bassist und Schlagzeuger waren ausgestiegen, um eigene Wege zu gehen. Man fand neue Leute und nahm als erstes Lebenszeichen in dem Bauch eines Alten Schiffes die erste „141 Acoustic Session“ auf und veröffentlichte im Sommer einen neuen Song. Im Herbst des Jahres ging es wieder auf Tour. Langsam lief die Maschine wieder an und ein Album sollte folgen. Mitten im Songwriting stieg Anfang 2015 der neue Bassist aus persönlichen Gründen wieder aus. Doch diesmal lies man sich nicht zurückwerfen und ging so im März ins Studio, um mit einem neuen Album herauszukommen. Das wurde geschafft und so ist „Anchors Aweigh!“ nicht nur das beste und facettenreichste Album von THREE CHORD SOCIETY bisher, sondern es zeigt auch eine Band, die sich das ständige Hinfallen, das Scheitern als Maxime auf die Fahne geschrieben hat. Musik machen, als Akt der Befreiung. Als Ventil, Erfolg hin oder her. Auch wenn man sich mal im Weg steht, man zurückgeworfen wird und nie die große Öffentlichkeit erreicht.

Straucheln aus Prinzip.

Um Musik mit Leben zu füllen, braucht es Geschichten. Und davon kann das Leben von THREE CHORD SOCIETY einige erzählen. Und das hört man den Songs an. Das hier Musik aus Freundschaft und Notwendigkeit gemacht wird und man so mit ihr wächst. Nicht für Geld, nicht für Ruhm. Sagen tun das eigentlich alle. Aber hier kann man es hören und fühlen. Wenn man schon immer wieder fällt, warum nicht das Beste daraus machen?

Das Leben und seine Schwierigkeiten sind es, die diese Songs ermöglichen.

THREE CHORD SOCIETY sind eine kleine Band. Klein, da neben der Musik alle arbeiten, dafür kämpfen müssen, dass es weiter geht und kein großes Netzwerk dahinter steht. Doch THREE CHORD SOCIETY sind auch eine große Band. Groß, weil sie, hört man ihnen zu, zeigen, dass die Songs des Lebens mehr Wert haben, als die, mit denen sich viel Geld machen lässt. Das man nicht den Mut verlieren braucht.

Und das sie es Wert sind, gehört zu werden.